Finanzierung von Transformationsprozessen trotz Corona

Ein Beitrag von Oliver Böhm, Gründungspartner von CRESCAT Advisory, für die DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.:

Der Mittelstand war bereits in den letzten Jahren durch sich teilweise drastisch ändernde Markt- und Wettbewerbsbedingungen in zunehmendem Maße mit operativen und strategischen Transformationsprozessen konfrontiert. Die Notwendigkeit, unternehmerische Anpassungen vorzunehmen hat sich durch die Corona-Krise nochmals drastisch verschärft. Interim Manager stehen in diesen Zeiten an vorderster Front und leisten wertvolle Beiträge im Rahmen dieser Anpassungsprozesse.

Eine Herausforderung, die sich in diesem Zusammenhang fast immer auch ergibt, ist die Sicherstellung der Finanzierung der mit diesen Transformationsprozessen einhergehenden Maßnahmen.

Geschäftsbanken sind momentan selbst von der Krise getroffen und haben ihre Mittelvergabe nahezu eingestellt. Sie sind in diesen Situationen in der Regel allerdings meist grundsätzlich überfordert. Zum einen können sie die fundamentalen leistungswirtschaftlichen Maßnahmen und damit die Sinnhaftigkeit beziehungsweise Notwendigkeit für den Fortbestand des Unternehmens nur unzureichend bewerten, zum anderen versagt in derartigen Ausnahmesituationen der klassische Rating- und Kreditvergabe-Ansatz. Verschärft wird die Situation oft durch sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Unternehmen bei der Gewährung von zusätzlichen Sicherheiten. Das Paradoxe daran ist, dass solche Transformationsprozesse in erster Linie der Beseitigung von unrentablen Geschäftsaktivitäten und der Sicherstellung der Tragfähigkeit beziehungsweise der Agilität des Geschäftsmodells dienen; beides Dinge, die Banken grundsätzlich gerne sehen und folglich unterstützen sollten.

In diese Finanzierungslücke springen einerseits Debt Funds mit ihren unterschiedlichen Fremdkapitalprodukten und andererseits Private Equity Gesellschaften sowie Family Offices und Spezialfinanzierer. Diese haben sich schon in den ersten Monaten der Krise entsprechend positioniert und bieten interessante Lösungen für Transformation und Restrukturierung.

Beide Finanzierungsformen gehören zur Kategorie der alternativen Kapitalformen und bezeichnen die Bereitstellung von Eigen- und Fremdkapital über Nicht-Banken durch entsprechende Fonds-Strukturen außerhalb der Börse.

Bei Debt Funds sind insbesondere folgende Kapitalformen zur Finanzierung von Business Transformationsprozessen geeignet (je nach Risiko- und bestehender Kaitalstruktur):

1. Direct Lending Debt: Kredite für Unternehmen mit einer normalen Ertragsstärke für operative oder strategische Anlässe über die „übliche“ Bankverschuldung hinaus.

2. Special Situation Debt: Kredite für Unternehmen in Sondersituationen zur Deckung temporärer Kapitalbedarfe.

Von den Private Equity Investoren sind diejenigen interessant, die aufgrund ihrer Fonds-Kriterien längerfristig engagiert bleiben dürfen, ggf. Minderheitsbeteiligungen akzeptieren und ihre Transaktionen nicht zwingend mit Fremdkapital im Rahmen eines sogenannten „Levereged-Buyout“ „hebeln“ müssen.  Diese Investoren sind mit unternehmerischen Transformationsprozessen vertraut und suchen derartige Situationen regelmäßig. Unter Umständen sind auch Investoren attraktiv, die in Form von Industrieholdings agieren und neben dem Kapital auch Ressourcen und Branchenkontakte mitbringen.

Der Vorteil beider Finanzierungsformen – Eigen- sowie Fremdkapital – liegt darin, dass diese – weitgehend ungeachtet verfügbarer Sicherheiten – ihr Kapital auf Basis der individuellen Beurteilung der Validität der in die Zukunft gerichteten Cash-Flow-Planungen auf Basis entsprechender Business Pläne beurteilen. Daher ist eine entsprechende professionelle umfangreiche Ausarbeitung solcher Dokumente unabdingbare Voraussetzung für die Ansprache dieser Investoren.

Spezialfinanzierer runden das oben aufgezeigte Spektrum ab, indem sie ihren Finanzierungskonstrukten sehr zielgerichtet Sicherheiten zu Grunde legen, die herkömmliche Banken nicht oder lediglich in unzureichendem Ausmaß akzeptieren – hierzu zählen unter anderem gebrauchtes Anlagevermögen, spezielle Positionen des Umlaufvermögens sowie immaterielle Aktiva wie Patente und Marken. Insbesondere letztere haben in unserer wissens- und technologiebasierten Wirtschaft einen stetig wachsenden Stellenwert, dem hiermit endlich adäquat Rechnung getragen wird. Auf diese Weise kann die Finanzierungskraft eines Unternehmens maximiert werden.

Fazit: Es ist sinnvoll und weitsichtig, die Bereitstellung und Verfügbarkeit der notwendigen Kapitalressourcen sicherzustellen. Dies ist anders als bei der Kreditvergabe durch Banken in der Vorbereitung und Auswahl deutlich umfangreicher und tiefgehender, liefert aber möglicherweise die erforderte Flexibilität und Partnerschaft, die für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt wird.

 

Sie möchten von uns beraten werden oder sich zu einem der genannten Themen unverbindlich austauschen?

CRESCAT erhält Verstärkung durch Roland Kupka

Wir freuen uns, Ihnen unseren neuen Partner, Herrn Roland Kupka vorstellen zu können:

Roland Kupka verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Bankwesen in leitenden Führungsfunktionen des Vertriebs und der Kreditrisikosteuerung, hiervon 10 Jahre in einem internationalen Umfeld für eine skandinavische Großbank, für die er als Mitglied der Geschäftsleitung die Geschäftsaktivitäten in Deutschland verantwortete. Besondere Erfahrung hat Roland Kupka in der Etablierung von ganzheitlichen Finanzierungskonzepten und der Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen als auch deren Inhaberfamilien.

Roland Kupka ist seit vielen Jahren Dozent und Lehrbeauftragter für verschiedene Hochschulen zu den Themenkomplexen SME, Corporate- und Structured Finance sowie Kreditrisikomanagement.

Wir werden nun aktiver zu den Themen:
Analyse/Erarbeitung ganzheitlicher Kapitalstrukturen für Unternehmer und Family Offices (ganz im Sinne von CRESCAT) und Credit Reviews bei Banken bzw. Loan-Portfolios am Markt auftreten.

Wasserstoff – die Nummer 1 der Elemente mit riesigen Ambitionen und genauso großen Auswirkungen auf eine Zulieferindustrie

Die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft wird überall gepriesen. Ob grauer, blauer oder grüner Wasserstoff – ohne ihn wird es keinen sinnvollen ökologischen Wandel in Deutschland sowie auf der gesamten Welt geben. Auch diese Technologie wird wieder zu einem großen Teil auf der Innovationskraft des Mittelstands aufbauen, um aus Ideen industriell nutzbare Produkte entstehen zu lassen. Und wie so oft werden die Wege kapitalintensiv und von einem internationalen Wettbewerb geprägt sein.

CRESCAT hat sich darüber mit einem ausgewiesenen Industrieexperten, Herrn Stefan Derichs, unterhalten:

 

Frage 1: Herr Derichs, in der Öffentlichkeit wird Wasserstoff derzeit in der Regel mit Energiegewinnung in Verbindung gebracht. Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick, wie groß der Eisberg der Nutzung unterhalb der Wasseroberfläche ist.

Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig! Vom Einsatz in der Stahl- und Chemieindustrie bis hin zum Mobilitätssektor als Kraftstoff für Brennstoffzellen eröffnen sich zahlreiche Anwendungsbereiche. Experten prognostizieren einen Jahresumsatz von ca. 800 Milliarden Euro bis 2050 in Europa; und damit mehr als doppelt so viel wie die europäische Automobilbranche in 2021 erwirtschaften wird!

Bei der reinen Stromerzeugung wird Wasserstoff zunächst kein zentraler Treiber für die Entwicklung der Wasserstoff-Wirtschaft sein. Von hohem Interesse beim Thema Netzausgleich ist allerdings die Flexibilität der Fahrweise von Elektrolyseuren sowie die gute Speicherbarkeit von großen Mengen an Wasserstoff. Dies trägt zur besseren Systemintegration von erneuerbaren Energien bei und leistet somit auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, welcher in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle in den Industrienationen zukommen wird.

Da die verarbeitende Industrie ein bedeutender Verursacher von CO2 Emissionen ist, wird sich dieser Bereich kurz- und mittelfristig mit der verstärkten Substitution von Ausgangsmaterialien (Feedstock) und Brennstoffen befassen. Besonders große Potenziale weist der Einsatz von Wasserstoff in der Stahlindustrie und der chemischen Industrie auf. Auch in der energieintensiven Glasschmelze wird Wasserstoff einen Ersatz für Erdgas darstellen. Um die bestehenden Produktionsanlagen, welche gegenwärtig einen sehr hohen Capex Bestand darstellen, auch zukünftig nutzen zu können, bedarf es der weiteren Entwicklung von flexibel betreibbaren Anlagen, die mit wechselnden Feedstocks und Volumenströmen zurechtkommen.

Alleine dieser Bereich birgt in sich bereits ein gewaltiges Potenzial für den internationalen Anlagenbau sowie die Zulieferindustrie von hochwertigen Spezialprodukten.

 

Frage 2: Haben mittelständische Unternehmen in dieser (internationalen) Wertschöpfungskette Chancen, sich zu behaupten?

Selbstverständlich! Der Mittelstand wird intensiv involviert sein; und zwar so erfolgreich, wie bisher in der chemischen Industrie, dem Öl- und Gas-Sektor, der Metallurgie oder anderen Segmenten der Prozessindustrie. Beispielsweise bei folgenden technischen Produkten:

• Elektrolyseure
• Regel-, Sicherheits- und Absperrarmaturen
• Tanks, Reservoirs, Behälter
• Rohrleitungen, Schläuche, Kanalsysteme
• Kompressoren, Turbinen
• Reaktoren und Wärmetauscher

Aber natürlich auch in Spezialbereichen des Anlagenbaus.

 

Frage 3: Wie kann sich der deutsche Mittelstand idealerweise strategisch positionieren, um vom steigenden Wachstumsmarkt in der Wasserstoffbranche zu profitieren ?

Es gilt die bewährte Strategie des Mittelstandes: neben Produkten auch Lösungen zu entwickeln. Und zwar immer am Kundennutzen orientiert und – wie in der Vergangenheit auch – mutig, sprich innovativ sein, die Digitalisierung integrieren und sich wenn möglich von Commodity Märkten fernhalten, die inzwischen fest in asiatischer Hand sind.

Ich kann mir auch eine Zunahme von Kooperationen und Corporate-JVs vorstellen; diese werden sicher auch häufiger anzutreffen sein.

 

Frage 4: Was werden die limitierenden Faktoren für den Mittelstand sein ?

Für den Mittelstand sind es wie eh und je gut qualifizierte Mitarbeiter. Der kommende Strukturwandel in einigen Regionen dürfte deutliche Besserung in dieser Hinsicht bringen.

Ein anderer, aber deutlich gravierender Faktor ist die limitierte Verfügbarkeit von Kapital. Die Kapitalerfordernisse sind inzwischen deutlich höher als in der Vergangenheit und oft nicht mehr mit der herkömmlichen und weiterhin restriktiven – auf klassische Sicherheiten basierenden – Bankkreditvergabepolitik vereinbar.

Wünschenswert wären alternative Kapitalgeber für flexible, an den Bedürfnissen und Cash Flows der Vorhaben orientierte Finanzierungen, beispielsweise von Produktentwicklungen, international wettbewerbsfähige Modernisierungen der Fertigungen sowie dem Aufbau von Auslandsmärkten und JVs.

Herr Derichs – wir bedanken uns für Ihre Einblicke in diese zukunftsweisende Industrie!

 

Herr Stefan Derichs ist seit 2020 selbstständiger Unternehmensberater und war zuvor tätig als Vice President und Leiter des Geschäftsfeldes Oil & Gas der weltweit tätigen Engineering-Unternehmensgruppe Paul Wurth. Davor war Herr Derichs Managing Director der Z&J Technologies, einer der weltweit führenden Hersteller von Absperreinrichtungen für Chemie- und Petrochemieanlagen sowie für die Stahl- und Glaserzeugung (heute ein Unternehmen der in UK börsennotierten IMI Plc Group).

www.std-consult.com

 

Deal News: CRESCAT berät die Gesellschafter der TECHWA bei der Veräußerung an ALBA

Die CRESCAT Advisory GmbH („CRESCAT”) hat die Gesellschafter der Techwa Industriedienstleistung GmbH (“Techwa”) bei der Veräußerung Ihrer Geschäftsanteile an die ALBA Infrastructure Service GmbH („Alba“), eine Beteiligung des von IK Investment Partners („IK“) beratenen IK Small Cap II Fund, beraten.

Über Techwa
Techwa ist ein mittelständischer Anbieter von kommunalen und gewerblichen Dienstleistungen mit den regionalen Schwerpunkten Hessen, Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen zählt zu den Markführern in seinem Bereich und übernimmt für seine überwiegend kommunalen Kunden unter anderem die Reinigung und Pflege von öffentlichen Flächen und Einrichtungen, die Entleerung von Abfallgefäßen, Papierkörben sowie Sinkkästen, die Abfall- und Streckensammlung an Straßen sowie die Pflege von Grünflächen, Parkanlagen, Straßenbegleitgrün und Radwegen.

Über Alba
ALBA wurde 1964 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten deutschen Dienstleistern für kommunale Infrastrukturdienstleistungen. Schwerpunkte der Dienstleistungen sind in den Bereichen der kommunalen Straßenreinigung, Sinkkastenreinigung, Wildkrautbeseitigung, Reinigungstätigkeiten für Autobahn- und Straßenmeistereien, Winterdienst sowie die ganzheitliche Beratung kommunaler Unternehmen.

Über CRESCAT
CRESCAT ist eine Beratungsgesellschaft, die mit Standorten, Frankfurt, Hamburg und Wien mittelständische Unternehmer in den Bereichen Kapital­beschaffung, Finanzierungen sowie bei Unternehmenskäufen und -verkäufen unterstützt.

PATEV und CRESCAT geben Kooperation bekannt

Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen führen im Mittelstand teils zu erheblich reduzierten Unternehmenswerten und signifikant eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten. Um mittelständische Unternehmen in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen, haben PATEV als Expertenhaus für Patent- und Markenbewertungen sowie IP-Strategie und CRESCAT als Corporate Finance Beratungsgesellschaft ihre langjährigen Kompetenzen gebündelt und bieten gemeinsam alternative Vorgehens­weisen für Unternehmenstransaktionen und die Kapitalbeschaffung an.

Insbesondere dann, wenn sich Unternehmen in Krisen befinden und daraus resultierend die herkömmlichen finanzwirtschaftliche Bewertungen in Veräußerungssituationen überproportional niedrig ausfallen oder es zu Liquiditätsengpässen kommt, bieten die von CRESCAT und PATEV entwickelten Vorgehensweisen klare Vorteile.

Best Owner M&A: Bei Veräußerungsprozessen von technologiegetriebenen Unternehmen können mit anerkannten Methoden Schutzrechts­portfolien und Marken bewertet werden. Auf Basis dieses fundamentalen Technologieverständnisses können in der Regel höhere Bewertungskorridore realisiert werden als dies durch die Anwendung herkömmlicher Bewertungsmethoden wie beispielsweise der Multiplikatormethode möglich wäre. Ebenso werden in diesem Prozess weltweit potenzielle Käufer identifiziert, die ein nachweisliches Interesse an der Technologie haben („Best Owner“).

Im Rahmen der Finanzierung kann das Ergebnis der Bewertung der Technologiebasis eines Unternehmens sowie gegebenenfalls seiner Marke(n) zu einer Erweiterung der Besicherungsbasis führen, was von ausgewählten Kapitalgebern wie beispielsweise Debt Funds als valides Sicherungsgut akzeptiert wird.

PATEV Associates GmbH & Co. KG
PATEV ist ein zertifizierter Experte für Business Based IP Services an der Schnittstelle von Technologie und Betriebswirtschaft. Auf Basis einer IP Business Intelligence und IP Competitive Intelligence werden passgenaue Ausrichtungen von FuE Projekten in mittelständischen Unternehmen vorgenommen.

PATEV

  • hat Erfahrungen aus über 2.000 Projekten.
  • ist international tätig, bei Kunden in DACH, Nord- und Südeuropa, UK, USA, Thailand, Korea und China.
  • ist einer der ganz wenigen DIN ISO 9001 zertifizierten IP Service Provider.
  • hat ein interdisziplinär aufgestelltes, internationales Expertenteam aus 6 Ländern.

Weitere Informationen zur PATEV erhalten Sie unter: www.patev.de

CRESCAT Advisory GmbH
CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen sowie -verkäufen sowie bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen. CRESCAT bietet mit drei Büros in Deutschland und Österreich Corporate Finance Beratung für mittelständische Unternehmen. Als eigentümergeführte Partnerschaft ist CRESCAT unabhängig und arbeitet ausschließlich im Interesse seiner Mandanten.

Mit jahrzehntelanger nationaler und internationaler Erfahrung bei Unternehmenstrans­aktionen, Unternehmensfinanzierungen sowie Kapitalbeschaffung verfügt CRESCAT über ein internationales Netzwerk von Kapitalgebern für Nachrang- und Fremd­kapital­finanzierungen sowie ausgezeichnete Beziehungen und Zugänge zu verschiedenartigen Eigenkapitalinvestoren.

Weitere Informationen zu CRESCAT Advisory erhalten Sie unter www.crescat-advisory.de

Interview mit dem Industrie-Experten Dr. Gunther Voswinckel – Deutscher mittelständischer Anlagenbau – „Enabler“ für viele Schlüsselindustrien mit hohem Kapitalbedarf

Der mittelständische Anlagenbau ist oftmals industrieller „Umsetzer“ wesentlicher, zukunftsweisender Technologietrends wie zum Beispiel: Biologisierung der Industrie, Progressive Mess- und Prüftechnik, Zukunftswerkstoffe, Kreislaufwirtschaft 4.0, neuartige Energiekonzepte und ist außerdem starker Innovator für den Klimaschutz. Die Herausforderungen sind hierbei größer als je zuvor und neben den richtigen Human Ressourcen spielt auch eine ausreichende und flexible Kapitalversorgung eine zentrale Rolle.

CRESCAT Advisory hat sich darüber mit einem ausgewiesenen Industrie-Insider, Herrn Dr. Gunther Voswinckel unterhalten:

Herr Dr. Voswinckel wir lesen oft immer „nur“ von dem Maschinenbau und der Automobilindustrie oder neuerdings von der Pharmaindustrie. Wie wichtig ist der Anlagenbau für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands/der deutschen Industrie?

Der Anlagenbau als ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor leistet einen signifikanten Beitrag zur umweltschonenden und effizienzsteigernden Industrialisierung nicht nur hier in Europa, sondern auch in vielen anderen Regionen der Welt. Neue innovative Technologien und Verfahren eröffnen verbesserte ökologische und ökonomische Potentiale für die weltweite Industrie. Der intensive Wettbewerb der Anlagenbauer um die besten Lösungen ist hierbei ein wesentlicher Treiber. Europäische Anbieter nehmen in diesem Markt traditionell eine Spitzenposition hinsichtlich Qualität und Innovationskraft ein. In vielen Regionen Asiens sowie Süd- und Nordamerika werden heute technologisch beste europäische Anlagen betrieben, die Maßstäbe hinsichtlich Umweltschutzes und Wirtschaftlichkeit setzen und somit auch zu einem gesamtheitlichen Umdenken der lokalen Industrie führen.

Der Anlagenbau ist global aufgestellt mit entsprechenden Wettbewerbern. Können Unternehmen weiter ihre Standorte in Deutschland/Europa verteidigen?

Der Anlagenbau ist immer ein wesentlicher Vorreiter für die Globalisierung gewesen. Lokale Produktionen mit Service und Dienstleistungsangeboten waren im Anlagenbau sehr viel früher üblich als bei vielen anderen Industriezweigen. Kundennähe und lokale Beschäftigungsimpulse sind für den Anlagenbau seit langem ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hier sind Märkte wie Asien sowie Nord- und Südamerika bereits seit Jahrzehnten als wesentliche Treiber zu nennen. Viele dieser Länder verfolgen eine Strategie des konsequenten Technologietransfers zum Nutzen und Aufbau der eigenen lokalen Industrie. Die Anforderungen hinsichtlich höchster Qualitätsstandards und technologischer Innovationskraft fördern allerdings auch das Wachstum der Anlagenbauer in ihren Stammhäusern hier in Europa. Die Anlagenbauer können ihre Innovationspotentiale meist nur wirklich effektiv durch Einsatz ihrer hoch qualifizieren Mitarbeiter in den europäischen Stammhäusern ausspielen.

Geben Sie uns bitte ein Beispiel, wie und wo auch ein Anlagenbauer innovativ sein muss?

Die Innovationskraft der Anlagenbauer konzentrierte sich in den letzten Jahren insbesondere auf die Steigerung des Kundennutzens. Lösungen zur Steigerung der Flexibilität, Wirtschaftlichkeit, Prozesskontrolle sowie Produktqualität und Qualitätsverfolgung bestimmen hier den Unternehmenserfolg. Enorme Fortschritte in der Anlagentechnik wurden durch Digitalisierung, Automatisierung, Industrie 4.0 – Konzepte sowie neue Energiekonzepte erreicht.

Diese enormen Innovationsschübe gelten eigentlich für alle industriellen Kunden der Anlagenbauer und sind Garant für ein nachhaltiges Erfolgskonzept. Es ist auch bemerkenswert, dass es den meisten Anlagenbauern weitgehend gelungen ist, durch ihre hohe Innovations-
kraft wesentliche Know-how Abflüsse, verursacht durch die intensive Globalisierung ihres Geschäftes, zu kompensieren.

Wie sieht es mit der Versorgung mit gut ausgebildeten Mitarbeitern und Kapital aus?

Die Anforderungen an die Mitarbeiter von Anlagenbauern werden, wie in vielen anderen Branchen auch, zunehmend anspruchsvoller. Anlagenkonzepte, mit höchsten Anforderungen hinsichtlich der Integration von Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen mit industrietauglicher Mechanik sowie guter Bedienbarkeit stellen hohe Anforderungen an die Engineering Mitarbeiter von Anlagenbauern. Insbesondere unser deutsches Ausbildungssystem liefert hier exzellente Facharbeiter und Ingenieure. Die leider anhaltende Skepsis junger Menschen gegenüber den MINT Berufen ist in diesem Zusammenhang nicht hilfreich, obwohl gerade der Anlagenbau allen Berufsgruppen enorm interessante und internationale Betätigungsfelder ermöglichen kann.

Die Kapitalisierung von Anlagenbauern stellt sich zunehmend anspruchsvoller dar. Waren Anlagenbauer früher aufgrund der Zahlungsmodalitäten eher „cash rich“, so müssen heute viele Projekte zunächst vorfinanziert werden. Sofern staatliche Bürgschaften hierzu bereitstehen, lassen sich Finanzierungen durchaus darstellen. Sofern allerdings keine Bürgschaften vorliegen und Kreditlinien der Hausbanken eingesetzt werden müssen, stellen sich insbesondere bei den inzwischen hohen Finanzierungsvolumen deutliche Hürden für Projektfinanzierungen. Zunehmend kommen deshalb alternative Finanzierungsmodelle zur Anwendung.

Herr Dr. Voswinckel, wir bedanken uns für Ihre Einblicke in eine sehr interessante Industrie!

Herr Dr. Gunther Voswinckel hat über 25 Jahre internationale Erfahrung in den Industrien Maschinen- und Anlagenbau, Gießereien sowie Automotive.

Er war während dieser Zeit im Management bei der Mannesmann Gruppe, unter anderem als CEO von Meer, Demag Sack sowie Demag Italimpianti als auch danach bei der Otto Junker Gruppe dem Schöller Werk und der Maschinenfabrik Möllers Gruppe gesamtverantwortlich tätig. Er ist Mitglied mehrerer Industriebeiräte, Präsident der International Tube&Pipe Association und begleitet verschiedene Funktionen an der RWTH Aachen. Dr. Voswinckel ist Diplom-Ingenieur und -Wirtschaftsingenieur und promovierte an der RWTH Aachen.
www.vosco.net

CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen, begründet durch Wachstumsstrategien, Business-Transformationen, Umfinanzierungen oder Restrukturierungen. Darüber hinaus berät CRESCAT Advisory bei Nachfolgeregelungen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen und -verkäufen.

CRESCAT Advisory bietet mit drei Büros in Deutschland und Österreich Corporate Finance Beratung für mittelständische Unternehmen. Neben einem umfangreichen, internationalen Netzwerk von Kapitalgebern für alle Arten der Fremdkapitalfinanzierungen verfügt CRESCAT Advisory über ausgezeichnete Beziehungen und Zugänge zu verschiedenartigen Eigenkapitalinvestoren, wie zum Beispiel langfristig orientierte Private Equity Fonds und Family Offices.

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Deal News: CRESCAT berät MVP Sports Compression bei der Wachstumsfinanzierung

Die CRESCAT Advisory GmbH hat die MVP Sports Compression GmbH bei der Wachstumsfinanzierung durch ein in der Textilindustrie erfahrenes Family Office beraten.

MVP hat sich auf die Entwicklung und den Vertrieb von Sportkompressionsbekleidung für ambitionierte Sportler spezialisiert. Mit der Marke entorch steht das Unternehmen insbesondere im deutschen Spitzenhandball für hochwertige Funktionsprodukte und eine angesagte Marke. Die Zukunftsvision Unternehmens aus Hockenheim ist klar: die Positionierung der Produkte und Etablierung der Marke in anderen Sportarten – denn die außerordentliche Wirkungsweise von entorch Kompressionsbekleidung ist sportartunspezifisch.

Über CRESCAT Advisory
CRESCAT ist eine Beratungsgesellschaft, die mit Standorten, Frankfurt, Hamburg und Wien mittelständische Unternehmer in den Bereichen Kapital­beschaffung, Finanzierungen sowie bei Unternehmenskäufen und -verkäufen unterstützt.

Die Kapitalisierung von Anlagenbauern stellt sich zunehmend anspruchsvoller dar. Waren Anlagenbauer früher aufgrund der Zahlungsmodalitäten eher „cash rich“, so müssen heute viele Projekte zunächst vorfinanziert werden. Sofern staatliche Bürgschaften hierzu bereitstehen, lassen sich Finanzierungen durchaus darstellen. Sofern allerdings keine Bürgschaften vorliegen und Kreditlinien der Hausbanken eingesetzt werden müssen, stellen sich insbesondere bei den inzwischen hohen Finanzierungsvolumen deutliche Hürden für Projektfinanzierungen. Zunehmend kommen deshalb alternative Finanzierungsmodelle zur Anwendung.

UNTERNEHMENSBEWERTUNG / UNTERNEHMENSVERKAUF IN 2020 – IST DER COVID-19 EFFEKT EIN „EBITDA ADJUSTMENT“?

Die Bewertung von Unternehmen ist seit jeher ein komplexes Unterfangen. Sie wird nicht nur von subjektiven Einschätzungen der Käufer- und Verkäuferseite im Rahmen der Kaufpreisfindung bei Unternehmenstransaktionen geprägt, sondern generiert auch bei der Anwendung von marktüblichen akademischen Methoden eine nicht unerhebliche Bandbreite an Werten. Die Covid-19 Krise beeinflusst die ohnehin schon diffizile Kaufpreisfindung immens und diejenigen Unternehmer, die einen Verkaufsprozess vor Ausbruch der Corona-Krise gestartet haben oder für 2020 planen, müssen sich nun die Frage stellen, ob und welcher Form die Effekte dieser Krise adjustierbar sind, um potenziellen Käufern ein adäquates Bild der nachhaltigen Profitabilität des Unternehmens aufzeigen zu können.

CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten auf Basis seiner langjährigen Erfahrungen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem PDF „Unternehmenswert in der Corona-Krise“.

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GEWÄHRUNG VON KREDITEN DURCH DEBT FUNDS (CORPORATE PRIVATE DEBT)

Kaum ein mittelständisches Unternehmen hat nicht schon mal eine leistungswirtschaftliche Krise durchlebt, hervorgerufen durch negative Auswirkungen eines Strategiewechsels oder durch Fehlverhalten von Abnehmern bzw. Zulieferern, unüberlegtes oder schnelles eigenes Wachstum, Probleme im Produktportfolio etc. Entscheidend für das Überleben des Unternehmens ist, wie stark und anhaltend die Krise ist und wie sich die Stakeholder (vor allem Gesellschafter und Banken) verhalten, insbesondere, wenn Kapitalressourcen nicht mehr oder nur in ungenügender Höhe zur Verfügung gestellt werden.

CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen sowie -verkäufen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem PDF „Private Debt Restrukturierung_DDIM“.

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FINANZIERUNGSALTERNATIVEN FÜR BUSINESS TRANSFORMATIONSPROZESSE

Der Mittelstand ist durch sich teilweise drastisch ändernde Markt- und Wettbewerbssituationen in zunehmendem Maße mit operativen und strategischen Transformationsprozessen konfrontiert. Eine Frage, die sich in diesem Zusammenhang fast immer auch stellt, ist die nach der Sicherstellung der Finanzierung der Maßnahmen dieser Transformationsprozesse, gerade weil die Zeitachse bei solchen Maßnahmen von einer Vielzahl von Parametern abhängt und sich oftmals verlängert.

CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen, begründet durch Wachstumsstrategien, Business-Transformationen, Umfinanzierungen oder Restrukturierungen. Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem PDF „Artikel Business Transformation und Finanzierungsalternativen.

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