CRESCAT referierte zum Thema „erfolgreiche Unternehmensnachfolge“ beim 2. Zukunftsforum Familienunternehmen in Kitzbühel

CRESCAT begrüßte mit der Schellhammer Capital Bank AG, Österreichs größter Privatbank, 50 geladene Familienunternehmer aus Österreich und Süddeutschland zur Veranstaltung mit Themenschwerpunkt „Unternehmensnachfolge“ in Kitzbühel. Roland Hausenbichl, Gründungspartner von CRESCAT Advisory GmbH, erläuterte die grundsätzlichen Möglichkeiten einer externen Unternehmensnachfolge und den Prozess eines Unternehmensverkaufs. Besonderes Augenmerk ist auf eine umfassende Vorbereitung des Verkaufsprozesses zur Optimierung des Ergebnis zu legen.

Gemeinsam mit Sylvia-Anita Gratz, die ihr Unternehmen mithilfe von CRESCAT 2020 erfolgreich veräußert hat, wurden die Erfahrungen beim Verkauf an einen Private-Equity Fonds aus Sicht des M&A-Beraters sowie der Unternehmerin geschildert. Die weiteren Vortragenden spannten den Themenbogen zur Unternehmensnachfolge – Prof. Dr. Franz Pegger zur den rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten in Österreich, Prof. Dr. Hemmelrath für Deutschland, Dr. Baumgartner zu familiären Aspekten der Nachfolge und Konstantin Hemmelrath zur Betrachtungsweise aus Sicht der nachfolgenden Generation. Der krönende Abschluss fand im Rahmen einer Podiumsdiskussion mit zahlreichen Fragen der Teilnehmer statt. Bei einem gemütlichen Fondue-Abendessen auf der weltberühmten Seidl-Alm konnten sich die Teilnehmer auch noch informell über Ihre Erfahrungen und Herausforderungen austauschen. Bereits jetzt steht fest – das 3. Zukunftsforum Familienunternehmen wird 2023 wieder in Kitzbühel stattfinden….wir freuen uns darauf!

Die Veranstaltung war geladenen Unternehmern vorbehalten – sollten Sie als Unternehmer Interesse am Vortrag „Erfolgreiche Unternehmensnachfolge – die größten Herausforderungen“ haben, dann können wir Ihnen die Vortragsinhalte gerne als PDF-Datei zukommen lassen.

In dem Fall kontaktieren Sie bitte Roland Hausenbichl per E-Mail: hausenbichl@crescat-advisory.at

CRESCAT verstärkt Wiener Team

Wir freuen uns, Ihnen unsere neue Kollegin, Frau Andrea Geiger, vorstellen zu können:

Andrea Geiger verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung in den Bereichen Finanzen, Rechnungswesen, Controlling und Treasury sowie Beteiligungsmanagement überwiegend in der produzierenden Industrie. In ihrer letzten Funktion war sie mit der Finanzleitung der ELIN Motoren GmbH, einer steirischen Anlagenbaugruppe betraut, wo sie zuletzt die Due Diligence im Verkaufsprozess dieses Unternehmens an VOITH verantwortete. In ihren Funktionen sammelte sie Erfahrung in Restrukturierung, Vorbereitung und Begleitung von IPOs sowie von Carve-outs, Reporting, Bilanzierung nach UGB/IFRS, Konzern-Konsolidierung, ERP und Controlling-Tool-Implementierungen sowie die Betreuung internationaler Konzerngesellschaften.

Andrea Geiger wird unsere Mandanten in allen Finanzierungsangelegenheiten sowie in Restrukturierungs- und Akquisitions-/ Verkaufssituationen tatkräftig und kompetent unterstützen.

Deal News: CRESCAT Advisory berät HWP Handwerkspartner AG beim Erwerb der maba! Maler- und Ausbauwerkstätten GmbH

Die HWP Handwerkspartner AG („HWP“) hat sämtliche Geschäftsanteile an der maba! Maler- und Ausbauwerkstätten GmbH („maba!“) von den bisherigen Eigentümern übernommen. CRESCAT Advisory agierte als exklusiver Financial Advisor für HWP.

Die 1995 gegründete maba! gehört zu den leistungsfähigsten Maler- und Ausbaubetrieben in der Rhein-Neckar Region. Das in Mannheim ansässige Unternehmen beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und bietet ein breites Dienstleistungsportfolio, das Maler- und Elektroarbeiten sowie die Gewerke Trockenbau- und Bodenbelagsarbeiten umfasst.

Die HWP Handwerkspartner AG mit Sitz in Harrislee bei Flensburg ist mit mehr als 20 operativen Einheiten eines der führenden überregionalen Baudienstleistungsunternehmen in den Gewerken Maler- und Ausbauarbeiten, Bauwerksinstandsetzung, Komplettbau sowie Technische Gebäudeausrüstung und mit derzeit 15 Standorten in Deutschland und Luxemburg vertreten. Über 750 eigene, kompetente Fachkräfte erwirtschaften in der D-A-CH Region und in den Benelux-Ländern eine jährliche Gesamtleistung von rund 100 Mio. EUR. Mit der Akquisition der maba! verstärkt HWP nun auch im Südwesten Deutschlands sein Dienstleistungsangebot.

CRESCAT Advisory agierte als exklusiver Financial Advisor für HWP. Das Team um den Hamburger Managing Partner, Dr. Ulrich Neuert, berät bereits seit mehreren Jahren bei Transaktionen im Handwerksbereich.

Erfolgsfaktoren bei der Unternehmensnachfolge

Ein Beitrag von Oliver Böhm, Gründungspartner von CRESCAT Advisory, für die DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.:

Die Unternehmensnachfolge in die Wege zu leiten ist eine der wichtigsten Entscheidungen eines Unternehmers beziehungsweise einer Unternehmerin und wird in den seltensten Fällen weder leichten Herzens noch leichtfertig getroffen, insbesondere dann, wenn keine familieninterne Nachfolgelösung möglich ist. Es gilt das Lebenswerk zu sichern und einen adäquaten Lohn für das unternehmerische Schaffen zu erzielen. Um eine erfolgreiche Unternehmensnachfolge zu bewerkstelligen, gibt es einige grundlegende Erfolgsfaktoren, die im Folgenden näher beleuchtet werden sollen.

 

1. Die klare Definition von Zielen

Neben dem grundsätzlichen Ziel, das Lebenswerk zu veräußern, gibt es eine Vielzahl von Interessen, die es herauszuarbeiten und zu priorisieren gilt. Selbstverständlich soll der „wahre“ Unternehmenswert realisiert werden, um sowohl sich selbst als auch gegebenenfalls die kommenden Generationen finanziell abzusichern. Hierzu gilt es, im Vorfeld durch Experten eine Unternehmensbewertung erstellen zu lassen, um eine realistische Vorstellung davon zu erhalten, welcher Veräußerungserlös erzielt werden kann. Diesbezüglich ist es wichtiger zu evaluieren, was der Markt zu zahlen bereit ist als was eine theoretische Unternehmensbewertung ergibt. Oftmals spielen allerdings auch nicht-monetäre Interessen wie Standort- und Arbeitsplatzsicherung, der Fortbestand als eigenständiges Unternehmen sowie die Wahrung des guten Rufes der Veräußernden eine Rolle, die es möglicherweise gegen das Ziel der Wertmaximierung abzuwägen gilt.

 

2. Die Wahl des richtigen Zeitpunkts

Wie in vielen Lebensbereichen ist auch bei der Unternehmensnachfolge ein gutes Timing ein entscheidender Erfolgsfaktor. Die Nachfolge sollte auf keinen Fall unter Druck geregelt werden müssen, da der Gesundheitszustand des Unternehmers oder der Unternehmerin dazu zwingen oder sich das Unternehmen in einer derartigen Schieflage befindet, die einen Notverkauf notwendig macht.

Eine derartige Herangehensweise ermöglicht es auch, in einem vorteilhaften Marktumfeld zu veräußern, wenn die allgemeinen Unternehmensbewertungen hoch sind. Nicht selten bleiben Veräußerungserlöse hinter den Erwartungen zurück, da ein falscher Zeitpunkt gewählt wurde oder aus anderen Gründen zu genau diesem Zeitpunkt veräußert werden musste.

 

3. Eine adäquate Transaktionsvorbereitung

Eine Unternehmensnachfolge will in vielerlei Hinsicht gut vorbereitet sein. Dies beginnt im Idealfall schon einige Jahre vor der tatsächlichen Veräußerung. Da die treibende Kraft aus dem Unternehmen ausscheiden wird, muss eine neue Unternehmensführung aufgebaut werden, die dies kompensieren kann. Sollte die Erwerbenden ein neues Management stellen müssen, reduziert sich der potenzielle Käuferkreis ungemein. Finanzinvestoren scheiden in derartigen Situationen regelmäßig aus.

Ebenfalls wertmindernd wirkt es sich aus, wenn das Unternehmen strategisch, operativ und organisatorisch nicht auf dem neuesten Stand ist. Es ist für Erwerber zwar attraktiv, noch nicht realisierte Wertsteigerungspotenziale zu heben, doch wenn den neuen Eigentümern zu viele „offene Baustellen“ hinterlassen werden, ist dies eher kontraproduktiv.

Zudem muss das Unternehmen auch von seiner Dokumentationslage, insbesondere im Finanzbereich, umfangreich gerüstet sein, um potenziellen Erwerbern im Rahmen der Prüfung des Unternehmens – der sogenannten „Due Diligence“ – einen ausreichenden Überblick über das Unternehmen geben zu können.

Hierbei können sowohl Interim Manager als auch andere externe Berater eine hilfreiche Unterstützung sein.

 

4. Das richtige Projekt- und Beraterteam

Eine Unternehmensveräußerung ist ein komplexes Vorhaben, welches nach einer Vielzahl von Kompetenzen verlangt. Es werden Rechtsberater, Wirtschaftsprüfer und/oder Steuerberater sowie spezialisierte Transaktionsberater benötigt, die über die entsprechende Erfahrung und Zugang zu den richtigen Käufergruppen verfügen. Nicht zuletzt geht es neben dem Einholen von Fachexpertise auch schlichtweg darum, entsprechende Ressourcen zur Verfügung zu haben, die aufwändigen Aufgaben eines Veräußerungsprozesses zu bewältigen, da sich Verkäufer und Management auch noch um das Tagesgeschäft des Unternehmens kümmern müssen. Auch hier können Interim Manager eine wichtige Stütze sein und in einer Rolle zwischen externen Beratern und den internen Abteilungen des Unternehmens agieren, zum Beispiel im Finanzbereich.

Aus verständlichen Gründen besteht oftmals der Wunsch, die Veräußerungsabsicht so lange wie möglich geheim zu halten, insbesondere vor den Mitarbeitern des Unternehmens. Es ist jedoch unerlässlich, Schlüsselmitarbeiter frühzeitig miteinzubeziehen, um den Transaktionsprozess adäquat vorbereiten zu können und schlussendlich auch, um potenziellen Erwerbern die zukünftige Führung des Unternehmens präsentieren zu können, welche ein wichtiger Faktor für den weiteren Erfolg des Unternehmens nach Ausscheiden des Unternehmers oder der Unternehmerin ist. Oftmals ist es eine gute Investition, diese Mitarbeiter für den Erfolgsfall entsprechend zu incentivieren. Eine offene Kommunikation schafft zudem Vertrauen und verhindert, dass Mitarbeiter sich aus Sorgen um ihre berufliche Zukunft umorientieren.

 

5. Eine stringente Prozessführung

Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist eine stringente und zügige Prozessführung. Nicht selten sind Veräußerungsprozesse zu beobachten, die aus den unterschiedlichsten Gründen ins Stocken geraten. Dies ist für alle Beteiligten nervenaufreibend und kostet Ressourcen. Käufer wenden sich oftmals anderen Projekten zu oder es kommen Zweifel an der Attraktivität des Investments auf. Schlussendlich wird durch vermeidbare handwerkliche Fehler so oftmals Wert vernichtet.

Insofern ist die bereits beschriebene präzise und umfangreiche Vorbereitung ein zentraler Faktor. Wenn im Rahmen des Prüfprozesses durch potenzielle Käufer Informationen erst erstellt werden müssen, kommt es zu unnötigen Verzögerungen und wirft Fragen auf.

Zudem ist es wichtig, dass alle potenziellen Erwerber „auf dem gleichen Zeitstrahl“ arbeiten. Es ist die Aufgabe der M&A Beratung, die richtigen potenziellen Käufer im Vorfeld zu identifizieren, um nicht mit falschen oder nur geringfügig interessierten Parteien Zeit zu verschwenden. Zudem ist es wichtig, den potenziellen Käufern die zeitlichen Erwartungen zu kommunizieren und dafür zu sorgen, dass diese sich an den Zeitplan der Transaktion halten. Nur so kann gewährleistet werden, dass zu einem einzigen Zeitpunkt vergleichbare Kaufangebote vorliegen und die darauffolgenden Vertragsverhandlungen in einem angemessenen Zeitrahmen erfolgreich umgesetzt werden.

 

Fazit: Es ist sinnvoll und unternehmerisch weitsichtig, eine Nachfolgregelung frühzeitig anzugehen und vorzubereiten. Dies erfordert eine umfangreiche Planung, die Einbindung unterschiedlicher interner Ressourcen und externer Expertise sowie eine stringente und professionelle Umsetzung.

 

Über den Autor: Oliver Böhm ist Gründungspartner von CRESCAT und verfügt über rund 20 Jahre Berufserfahrung im Bereich Corporate Finance, Mergers & Acquisitions, Unternehmensfinanzierungen und Private Equity.

Während seiner beruflichen Laufbahn war er mehrere Jahre Investment Director eines pan-europäischen Private Equity Fonds und verantworte die Corporate Finance Aktivitäten einer mittelständischen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Weiterhin leitete er den Bereich Corporate Development einer internationalen Industrieholding und war Geschäftsführer einer auf Medienfinanzierung spezialisierten Fondsgesellschaft. Seine berufliche Laufbahn begann er als Projektmanager M&A im Bereich Konzernentwicklung einer börsennotierten Holdinggesellschaft.

Oliver Böhm ist seit 2008 Lehrbeauftragter der European Business School (EBS) und ist Autor von zahlreichen Publikationen zum Thema Unternehmensbewertung und Corporate Finance.

Er studierte Betriebswirtschaftslehre sowie Rechtswissenschaften in Deutschland und Großbritannien und hat einen Abschluss als Master of Business Administration (MBA) der Heriot-Watt University, Edinburgh, einen Master of Mergers & Acquisitions (LL.M.) der Frankfurt School of Finance & Management sowie einen Bachelor of Business Administration der University of Northumbria at Newcastle. Er ist zudem Certified Valuation Analyst (CVA).

Über CRESCAT Advisory: CRESCAT Advisory berät bei Nachfolgeregelungen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen und -verkäufen. Ferner unterstützt CRESCAT seine Mandanten bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen für Wachstumsstrategien, Business-Transformationen, Umfinanzierungen oder Restrukturierungen. Als eigentümergeführte Partnerschaft mit Standorten in Frankfurt, Hamburg und Wien ist CRESCAT unabhängig und arbeitet ausschließlich im Interesse seiner Mandanten.

Mit jahrzehntelanger nationaler und internationaler Erfahrung bei Unternehmensfinanzierungen, der Kapitalbeschaffung sowie Unternehmenstransaktionen steht das Team von CRESCAT als Unternehmer für Unternehmer zur Verfügung. Neben einem umfangreichen, internationalen Netzwerk von Kapitalgebern für alle Arten der Fremdkapitalfinanzierungen verfügt CRESCAT über ausgezeichnete Beziehungen und Zugänge zu verschiedenartigen Eigenkapitalinvestoren, wie zum Beispiel langfristig orientierte Private Equity Fonds und Family Offices.

Weitere Informationen zu CRESCAT Advisory erhalten Sie unter www.crescat-advisory.de.

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Finanzierung von Transformationsprozessen trotz Corona

Ein Beitrag von Oliver Böhm, Gründungspartner von CRESCAT Advisory, für die DDIM – Dachgesellschaft Deutsches Interim Management e.V.:

Der Mittelstand war bereits in den letzten Jahren durch sich teilweise drastisch ändernde Markt- und Wettbewerbsbedingungen in zunehmendem Maße mit operativen und strategischen Transformationsprozessen konfrontiert. Die Notwendigkeit, unternehmerische Anpassungen vorzunehmen hat sich durch die Corona-Krise nochmals drastisch verschärft. Interim Manager stehen in diesen Zeiten an vorderster Front und leisten wertvolle Beiträge im Rahmen dieser Anpassungsprozesse.

Eine Herausforderung, die sich in diesem Zusammenhang fast immer auch ergibt, ist die Sicherstellung der Finanzierung der mit diesen Transformationsprozessen einhergehenden Maßnahmen.

Geschäftsbanken sind momentan selbst von der Krise getroffen und haben ihre Mittelvergabe nahezu eingestellt. Sie sind in diesen Situationen in der Regel allerdings meist grundsätzlich überfordert. Zum einen können sie die fundamentalen leistungswirtschaftlichen Maßnahmen und damit die Sinnhaftigkeit beziehungsweise Notwendigkeit für den Fortbestand des Unternehmens nur unzureichend bewerten, zum anderen versagt in derartigen Ausnahmesituationen der klassische Rating- und Kreditvergabe-Ansatz. Verschärft wird die Situation oft durch sehr eingeschränkte Möglichkeiten der Unternehmen bei der Gewährung von zusätzlichen Sicherheiten. Das Paradoxe daran ist, dass solche Transformationsprozesse in erster Linie der Beseitigung von unrentablen Geschäftsaktivitäten und der Sicherstellung der Tragfähigkeit beziehungsweise der Agilität des Geschäftsmodells dienen; beides Dinge, die Banken grundsätzlich gerne sehen und folglich unterstützen sollten.

In diese Finanzierungslücke springen einerseits Debt Funds mit ihren unterschiedlichen Fremdkapitalprodukten und andererseits Private Equity Gesellschaften sowie Family Offices und Spezialfinanzierer. Diese haben sich schon in den ersten Monaten der Krise entsprechend positioniert und bieten interessante Lösungen für Transformation und Restrukturierung.

Beide Finanzierungsformen gehören zur Kategorie der alternativen Kapitalformen und bezeichnen die Bereitstellung von Eigen- und Fremdkapital über Nicht-Banken durch entsprechende Fonds-Strukturen außerhalb der Börse.

Bei Debt Funds sind insbesondere folgende Kapitalformen zur Finanzierung von Business Transformationsprozessen geeignet (je nach Risiko- und bestehender Kaitalstruktur):

1. Direct Lending Debt: Kredite für Unternehmen mit einer normalen Ertragsstärke für operative oder strategische Anlässe über die „übliche“ Bankverschuldung hinaus.

2. Special Situation Debt: Kredite für Unternehmen in Sondersituationen zur Deckung temporärer Kapitalbedarfe.

Von den Private Equity Investoren sind diejenigen interessant, die aufgrund ihrer Fonds-Kriterien längerfristig engagiert bleiben dürfen, ggf. Minderheitsbeteiligungen akzeptieren und ihre Transaktionen nicht zwingend mit Fremdkapital im Rahmen eines sogenannten „Levereged-Buyout“ „hebeln“ müssen.  Diese Investoren sind mit unternehmerischen Transformationsprozessen vertraut und suchen derartige Situationen regelmäßig. Unter Umständen sind auch Investoren attraktiv, die in Form von Industrieholdings agieren und neben dem Kapital auch Ressourcen und Branchenkontakte mitbringen.

Der Vorteil beider Finanzierungsformen – Eigen- sowie Fremdkapital – liegt darin, dass diese – weitgehend ungeachtet verfügbarer Sicherheiten – ihr Kapital auf Basis der individuellen Beurteilung der Validität der in die Zukunft gerichteten Cash-Flow-Planungen auf Basis entsprechender Business Pläne beurteilen. Daher ist eine entsprechende professionelle umfangreiche Ausarbeitung solcher Dokumente unabdingbare Voraussetzung für die Ansprache dieser Investoren.

Spezialfinanzierer runden das oben aufgezeigte Spektrum ab, indem sie ihren Finanzierungskonstrukten sehr zielgerichtet Sicherheiten zu Grunde legen, die herkömmliche Banken nicht oder lediglich in unzureichendem Ausmaß akzeptieren – hierzu zählen unter anderem gebrauchtes Anlagevermögen, spezielle Positionen des Umlaufvermögens sowie immaterielle Aktiva wie Patente und Marken. Insbesondere letztere haben in unserer wissens- und technologiebasierten Wirtschaft einen stetig wachsenden Stellenwert, dem hiermit endlich adäquat Rechnung getragen wird. Auf diese Weise kann die Finanzierungskraft eines Unternehmens maximiert werden.

Fazit: Es ist sinnvoll und weitsichtig, die Bereitstellung und Verfügbarkeit der notwendigen Kapitalressourcen sicherzustellen. Dies ist anders als bei der Kreditvergabe durch Banken in der Vorbereitung und Auswahl deutlich umfangreicher und tiefgehender, liefert aber möglicherweise die erforderte Flexibilität und Partnerschaft, die für eine erfolgreiche Umsetzung benötigt wird.

 

Sie möchten von uns beraten werden oder sich zu einem der genannten Themen unverbindlich austauschen?

CRESCAT erhält Verstärkung durch Roland Kupka

Wir freuen uns, Ihnen unseren neuen Partner, Herrn Roland Kupka vorstellen zu können:

Roland Kupka verfügt über mehr als 30 Jahre Berufserfahrung im Bankwesen in leitenden Führungsfunktionen des Vertriebs und der Kreditrisikosteuerung, hiervon 10 Jahre in einem internationalen Umfeld für eine skandinavische Großbank, für die er als Mitglied der Geschäftsleitung die Geschäftsaktivitäten in Deutschland verantwortete. Besondere Erfahrung hat Roland Kupka in der Etablierung von ganzheitlichen Finanzierungskonzepten und der Zusammenarbeit mit mittelständischen Unternehmen als auch deren Inhaberfamilien.

Roland Kupka ist seit vielen Jahren Dozent und Lehrbeauftragter für verschiedene Hochschulen zu den Themenkomplexen SME, Corporate- und Structured Finance sowie Kreditrisikomanagement.

Wir werden nun aktiver zu den Themen:
Analyse/Erarbeitung ganzheitlicher Kapitalstrukturen für Unternehmer und Family Offices (ganz im Sinne von CRESCAT) und Credit Reviews bei Banken bzw. Loan-Portfolios am Markt auftreten.

Wasserstoff – die Nummer 1 der Elemente mit riesigen Ambitionen und genauso großen Auswirkungen auf eine Zulieferindustrie

Die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft wird überall gepriesen. Ob grauer, blauer oder grüner Wasserstoff – ohne ihn wird es keinen sinnvollen ökologischen Wandel in Deutschland sowie auf der gesamten Welt geben. Auch diese Technologie wird wieder zu einem großen Teil auf der Innovationskraft des Mittelstands aufbauen, um aus Ideen industriell nutzbare Produkte entstehen zu lassen. Und wie so oft werden die Wege kapitalintensiv und von einem internationalen Wettbewerb geprägt sein.

CRESCAT hat sich darüber mit einem ausgewiesenen Industrieexperten, Herrn Stefan Derichs, unterhalten:

 

Frage 1: Herr Derichs, in der Öffentlichkeit wird Wasserstoff derzeit in der Regel mit Energiegewinnung in Verbindung gebracht. Geben Sie uns bitte einen kurzen Einblick, wie groß der Eisberg der Nutzung unterhalb der Wasseroberfläche ist.

Die Einsatzgebiete sind mannigfaltig! Vom Einsatz in der Stahl- und Chemieindustrie bis hin zum Mobilitätssektor als Kraftstoff für Brennstoffzellen eröffnen sich zahlreiche Anwendungsbereiche. Experten prognostizieren einen Jahresumsatz von ca. 800 Milliarden Euro bis 2050 in Europa; und damit mehr als doppelt so viel wie die europäische Automobilbranche in 2021 erwirtschaften wird!

Bei der reinen Stromerzeugung wird Wasserstoff zunächst kein zentraler Treiber für die Entwicklung der Wasserstoff-Wirtschaft sein. Von hohem Interesse beim Thema Netzausgleich ist allerdings die Flexibilität der Fahrweise von Elektrolyseuren sowie die gute Speicherbarkeit von großen Mengen an Wasserstoff. Dies trägt zur besseren Systemintegration von erneuerbaren Energien bei und leistet somit auch einen Beitrag zur Versorgungssicherheit, welcher in den kommenden Jahren eine Schlüsselrolle in den Industrienationen zukommen wird.

Da die verarbeitende Industrie ein bedeutender Verursacher von CO2 Emissionen ist, wird sich dieser Bereich kurz- und mittelfristig mit der verstärkten Substitution von Ausgangsmaterialien (Feedstock) und Brennstoffen befassen. Besonders große Potenziale weist der Einsatz von Wasserstoff in der Stahlindustrie und der chemischen Industrie auf. Auch in der energieintensiven Glasschmelze wird Wasserstoff einen Ersatz für Erdgas darstellen. Um die bestehenden Produktionsanlagen, welche gegenwärtig einen sehr hohen Capex Bestand darstellen, auch zukünftig nutzen zu können, bedarf es der weiteren Entwicklung von flexibel betreibbaren Anlagen, die mit wechselnden Feedstocks und Volumenströmen zurechtkommen.

Alleine dieser Bereich birgt in sich bereits ein gewaltiges Potenzial für den internationalen Anlagenbau sowie die Zulieferindustrie von hochwertigen Spezialprodukten.

 

Frage 2: Haben mittelständische Unternehmen in dieser (internationalen) Wertschöpfungskette Chancen, sich zu behaupten?

Selbstverständlich! Der Mittelstand wird intensiv involviert sein; und zwar so erfolgreich, wie bisher in der chemischen Industrie, dem Öl- und Gas-Sektor, der Metallurgie oder anderen Segmenten der Prozessindustrie. Beispielsweise bei folgenden technischen Produkten:

• Elektrolyseure
• Regel-, Sicherheits- und Absperrarmaturen
• Tanks, Reservoirs, Behälter
• Rohrleitungen, Schläuche, Kanalsysteme
• Kompressoren, Turbinen
• Reaktoren und Wärmetauscher

Aber natürlich auch in Spezialbereichen des Anlagenbaus.

 

Frage 3: Wie kann sich der deutsche Mittelstand idealerweise strategisch positionieren, um vom steigenden Wachstumsmarkt in der Wasserstoffbranche zu profitieren ?

Es gilt die bewährte Strategie des Mittelstandes: neben Produkten auch Lösungen zu entwickeln. Und zwar immer am Kundennutzen orientiert und – wie in der Vergangenheit auch – mutig, sprich innovativ sein, die Digitalisierung integrieren und sich wenn möglich von Commodity Märkten fernhalten, die inzwischen fest in asiatischer Hand sind.

Ich kann mir auch eine Zunahme von Kooperationen und Corporate-JVs vorstellen; diese werden sicher auch häufiger anzutreffen sein.

 

Frage 4: Was werden die limitierenden Faktoren für den Mittelstand sein ?

Für den Mittelstand sind es wie eh und je gut qualifizierte Mitarbeiter. Der kommende Strukturwandel in einigen Regionen dürfte deutliche Besserung in dieser Hinsicht bringen.

Ein anderer, aber deutlich gravierender Faktor ist die limitierte Verfügbarkeit von Kapital. Die Kapitalerfordernisse sind inzwischen deutlich höher als in der Vergangenheit und oft nicht mehr mit der herkömmlichen und weiterhin restriktiven – auf klassische Sicherheiten basierenden – Bankkreditvergabepolitik vereinbar.

Wünschenswert wären alternative Kapitalgeber für flexible, an den Bedürfnissen und Cash Flows der Vorhaben orientierte Finanzierungen, beispielsweise von Produktentwicklungen, international wettbewerbsfähige Modernisierungen der Fertigungen sowie dem Aufbau von Auslandsmärkten und JVs.

Herr Derichs – wir bedanken uns für Ihre Einblicke in diese zukunftsweisende Industrie!

 

Herr Stefan Derichs ist seit 2020 selbstständiger Unternehmensberater und war zuvor tätig als Vice President und Leiter des Geschäftsfeldes Oil & Gas der weltweit tätigen Engineering-Unternehmensgruppe Paul Wurth. Davor war Herr Derichs Managing Director der Z&J Technologies, einer der weltweit führenden Hersteller von Absperreinrichtungen für Chemie- und Petrochemieanlagen sowie für die Stahl- und Glaserzeugung (heute ein Unternehmen der in UK börsennotierten IMI Plc Group).

www.std-consult.com

 

Deal News: CRESCAT berät die Gesellschafter der TECHWA bei der Veräußerung an ALBA

Die CRESCAT Advisory GmbH („CRESCAT”) hat die Gesellschafter der Techwa Industriedienstleistung GmbH (“Techwa”) bei der Veräußerung Ihrer Geschäftsanteile an die ALBA Infrastructure Service GmbH („Alba“), eine Beteiligung des von IK Investment Partners („IK“) beratenen IK Small Cap II Fund, beraten.

Über Techwa
Techwa ist ein mittelständischer Anbieter von kommunalen und gewerblichen Dienstleistungen mit den regionalen Schwerpunkten Hessen, Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen. Das Unternehmen zählt zu den Markführern in seinem Bereich und übernimmt für seine überwiegend kommunalen Kunden unter anderem die Reinigung und Pflege von öffentlichen Flächen und Einrichtungen, die Entleerung von Abfallgefäßen, Papierkörben sowie Sinkkästen, die Abfall- und Streckensammlung an Straßen sowie die Pflege von Grünflächen, Parkanlagen, Straßenbegleitgrün und Radwegen.

Über Alba
ALBA wurde 1964 gegründet und zählt mittlerweile zu den größten deutschen Dienstleistern für kommunale Infrastrukturdienstleistungen. Schwerpunkte der Dienstleistungen sind in den Bereichen der kommunalen Straßenreinigung, Sinkkastenreinigung, Wildkrautbeseitigung, Reinigungstätigkeiten für Autobahn- und Straßenmeistereien, Winterdienst sowie die ganzheitliche Beratung kommunaler Unternehmen.

Über CRESCAT
CRESCAT ist eine Beratungsgesellschaft, die mit Standorten, Frankfurt, Hamburg und Wien mittelständische Unternehmer in den Bereichen Kapital­beschaffung, Finanzierungen sowie bei Unternehmenskäufen und -verkäufen unterstützt.

PATEV und CRESCAT geben Kooperation bekannt

Die aktuellen wirtschaftlichen Rahmen­bedingungen führen im Mittelstand teils zu erheblich reduzierten Unternehmenswerten und signifikant eingeschränkten Finanzierungsmöglichkeiten. Um mittelständische Unternehmen in dieser Situation bestmöglich zu unterstützen, haben PATEV als Expertenhaus für Patent- und Markenbewertungen sowie IP-Strategie und CRESCAT als Corporate Finance Beratungsgesellschaft ihre langjährigen Kompetenzen gebündelt und bieten gemeinsam alternative Vorgehens­weisen für Unternehmenstransaktionen und die Kapitalbeschaffung an.

Insbesondere dann, wenn sich Unternehmen in Krisen befinden und daraus resultierend die herkömmlichen finanzwirtschaftliche Bewertungen in Veräußerungssituationen überproportional niedrig ausfallen oder es zu Liquiditätsengpässen kommt, bieten die von CRESCAT und PATEV entwickelten Vorgehensweisen klare Vorteile.

Best Owner M&A: Bei Veräußerungsprozessen von technologiegetriebenen Unternehmen können mit anerkannten Methoden Schutzrechts­portfolien und Marken bewertet werden. Auf Basis dieses fundamentalen Technologieverständnisses können in der Regel höhere Bewertungskorridore realisiert werden als dies durch die Anwendung herkömmlicher Bewertungsmethoden wie beispielsweise der Multiplikatormethode möglich wäre. Ebenso werden in diesem Prozess weltweit potenzielle Käufer identifiziert, die ein nachweisliches Interesse an der Technologie haben („Best Owner“).

Im Rahmen der Finanzierung kann das Ergebnis der Bewertung der Technologiebasis eines Unternehmens sowie gegebenenfalls seiner Marke(n) zu einer Erweiterung der Besicherungsbasis führen, was von ausgewählten Kapitalgebern wie beispielsweise Debt Funds als valides Sicherungsgut akzeptiert wird.

PATEV Associates GmbH & Co. KG
PATEV ist ein zertifizierter Experte für Business Based IP Services an der Schnittstelle von Technologie und Betriebswirtschaft. Auf Basis einer IP Business Intelligence und IP Competitive Intelligence werden passgenaue Ausrichtungen von FuE Projekten in mittelständischen Unternehmen vorgenommen.

PATEV

  • hat Erfahrungen aus über 2.000 Projekten.
  • ist international tätig, bei Kunden in DACH, Nord- und Südeuropa, UK, USA, Thailand, Korea und China.
  • ist einer der ganz wenigen DIN ISO 9001 zertifizierten IP Service Provider.
  • hat ein interdisziplinär aufgestelltes, internationales Expertenteam aus 6 Ländern.

Weitere Informationen zur PATEV erhalten Sie unter: www.patev.de

CRESCAT Advisory GmbH
CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen sowie -verkäufen sowie bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen. CRESCAT bietet mit drei Büros in Deutschland und Österreich Corporate Finance Beratung für mittelständische Unternehmen. Als eigentümergeführte Partnerschaft ist CRESCAT unabhängig und arbeitet ausschließlich im Interesse seiner Mandanten.

Mit jahrzehntelanger nationaler und internationaler Erfahrung bei Unternehmenstrans­aktionen, Unternehmensfinanzierungen sowie Kapitalbeschaffung verfügt CRESCAT über ein internationales Netzwerk von Kapitalgebern für Nachrang- und Fremd­kapital­finanzierungen sowie ausgezeichnete Beziehungen und Zugänge zu verschiedenartigen Eigenkapitalinvestoren.

Weitere Informationen zu CRESCAT Advisory erhalten Sie unter www.crescat-advisory.de

Interview mit dem Industrie-Experten Dr. Gunther Voswinckel – Deutscher mittelständischer Anlagenbau – „Enabler“ für viele Schlüsselindustrien mit hohem Kapitalbedarf

Der mittelständische Anlagenbau ist oftmals industrieller „Umsetzer“ wesentlicher, zukunftsweisender Technologietrends wie zum Beispiel: Biologisierung der Industrie, Progressive Mess- und Prüftechnik, Zukunftswerkstoffe, Kreislaufwirtschaft 4.0, neuartige Energiekonzepte und ist außerdem starker Innovator für den Klimaschutz. Die Herausforderungen sind hierbei größer als je zuvor und neben den richtigen Human Ressourcen spielt auch eine ausreichende und flexible Kapitalversorgung eine zentrale Rolle.

CRESCAT Advisory hat sich darüber mit einem ausgewiesenen Industrie-Insider, Herrn Dr. Gunther Voswinckel unterhalten:

Herr Dr. Voswinckel wir lesen oft immer „nur“ von dem Maschinenbau und der Automobilindustrie oder neuerdings von der Pharmaindustrie. Wie wichtig ist der Anlagenbau für die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands/der deutschen Industrie?

Der Anlagenbau als ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor leistet einen signifikanten Beitrag zur umweltschonenden und effizienzsteigernden Industrialisierung nicht nur hier in Europa, sondern auch in vielen anderen Regionen der Welt. Neue innovative Technologien und Verfahren eröffnen verbesserte ökologische und ökonomische Potentiale für die weltweite Industrie. Der intensive Wettbewerb der Anlagenbauer um die besten Lösungen ist hierbei ein wesentlicher Treiber. Europäische Anbieter nehmen in diesem Markt traditionell eine Spitzenposition hinsichtlich Qualität und Innovationskraft ein. In vielen Regionen Asiens sowie Süd- und Nordamerika werden heute technologisch beste europäische Anlagen betrieben, die Maßstäbe hinsichtlich Umweltschutzes und Wirtschaftlichkeit setzen und somit auch zu einem gesamtheitlichen Umdenken der lokalen Industrie führen.

Der Anlagenbau ist global aufgestellt mit entsprechenden Wettbewerbern. Können Unternehmen weiter ihre Standorte in Deutschland/Europa verteidigen?

Der Anlagenbau ist immer ein wesentlicher Vorreiter für die Globalisierung gewesen. Lokale Produktionen mit Service und Dienstleistungsangeboten waren im Anlagenbau sehr viel früher üblich als bei vielen anderen Industriezweigen. Kundennähe und lokale Beschäftigungsimpulse sind für den Anlagenbau seit langem ein wichtiger Erfolgsfaktor. Hier sind Märkte wie Asien sowie Nord- und Südamerika bereits seit Jahrzehnten als wesentliche Treiber zu nennen. Viele dieser Länder verfolgen eine Strategie des konsequenten Technologietransfers zum Nutzen und Aufbau der eigenen lokalen Industrie. Die Anforderungen hinsichtlich höchster Qualitätsstandards und technologischer Innovationskraft fördern allerdings auch das Wachstum der Anlagenbauer in ihren Stammhäusern hier in Europa. Die Anlagenbauer können ihre Innovationspotentiale meist nur wirklich effektiv durch Einsatz ihrer hoch qualifizieren Mitarbeiter in den europäischen Stammhäusern ausspielen.

Geben Sie uns bitte ein Beispiel, wie und wo auch ein Anlagenbauer innovativ sein muss?

Die Innovationskraft der Anlagenbauer konzentrierte sich in den letzten Jahren insbesondere auf die Steigerung des Kundennutzens. Lösungen zur Steigerung der Flexibilität, Wirtschaftlichkeit, Prozesskontrolle sowie Produktqualität und Qualitätsverfolgung bestimmen hier den Unternehmenserfolg. Enorme Fortschritte in der Anlagentechnik wurden durch Digitalisierung, Automatisierung, Industrie 4.0 – Konzepte sowie neue Energiekonzepte erreicht.

Diese enormen Innovationsschübe gelten eigentlich für alle industriellen Kunden der Anlagenbauer und sind Garant für ein nachhaltiges Erfolgskonzept. Es ist auch bemerkenswert, dass es den meisten Anlagenbauern weitgehend gelungen ist, durch ihre hohe Innovations-
kraft wesentliche Know-how Abflüsse, verursacht durch die intensive Globalisierung ihres Geschäftes, zu kompensieren.

Wie sieht es mit der Versorgung mit gut ausgebildeten Mitarbeitern und Kapital aus?

Die Anforderungen an die Mitarbeiter von Anlagenbauern werden, wie in vielen anderen Branchen auch, zunehmend anspruchsvoller. Anlagenkonzepte, mit höchsten Anforderungen hinsichtlich der Integration von Digitalisierungs- und Automatisierungslösungen mit industrietauglicher Mechanik sowie guter Bedienbarkeit stellen hohe Anforderungen an die Engineering Mitarbeiter von Anlagenbauern. Insbesondere unser deutsches Ausbildungssystem liefert hier exzellente Facharbeiter und Ingenieure. Die leider anhaltende Skepsis junger Menschen gegenüber den MINT Berufen ist in diesem Zusammenhang nicht hilfreich, obwohl gerade der Anlagenbau allen Berufsgruppen enorm interessante und internationale Betätigungsfelder ermöglichen kann.

Die Kapitalisierung von Anlagenbauern stellt sich zunehmend anspruchsvoller dar. Waren Anlagenbauer früher aufgrund der Zahlungsmodalitäten eher „cash rich“, so müssen heute viele Projekte zunächst vorfinanziert werden. Sofern staatliche Bürgschaften hierzu bereitstehen, lassen sich Finanzierungen durchaus darstellen. Sofern allerdings keine Bürgschaften vorliegen und Kreditlinien der Hausbanken eingesetzt werden müssen, stellen sich insbesondere bei den inzwischen hohen Finanzierungsvolumen deutliche Hürden für Projektfinanzierungen. Zunehmend kommen deshalb alternative Finanzierungsmodelle zur Anwendung.

Herr Dr. Voswinckel, wir bedanken uns für Ihre Einblicke in eine sehr interessante Industrie!

Herr Dr. Gunther Voswinckel hat über 25 Jahre internationale Erfahrung in den Industrien Maschinen- und Anlagenbau, Gießereien sowie Automotive.

Er war während dieser Zeit im Management bei der Mannesmann Gruppe, unter anderem als CEO von Meer, Demag Sack sowie Demag Italimpianti als auch danach bei der Otto Junker Gruppe dem Schöller Werk und der Maschinenfabrik Möllers Gruppe gesamtverantwortlich tätig. Er ist Mitglied mehrerer Industriebeiräte, Präsident der International Tube&Pipe Association und begleitet verschiedene Funktionen an der RWTH Aachen. Dr. Voswinckel ist Diplom-Ingenieur und -Wirtschaftsingenieur und promovierte an der RWTH Aachen.
www.vosco.net

CRESCAT Advisory unterstützt seine Mandanten bei der Erarbeitung maßgeschneiderter Finanzierungslösungen, begründet durch Wachstumsstrategien, Business-Transformationen, Umfinanzierungen oder Restrukturierungen. Darüber hinaus berät CRESCAT Advisory bei Nachfolgeregelungen sowie bei der Vorbereitung und Durchführung von Unternehmenskäufen und -verkäufen.

CRESCAT Advisory bietet mit drei Büros in Deutschland und Österreich Corporate Finance Beratung für mittelständische Unternehmen. Neben einem umfangreichen, internationalen Netzwerk von Kapitalgebern für alle Arten der Fremdkapitalfinanzierungen verfügt CRESCAT Advisory über ausgezeichnete Beziehungen und Zugänge zu verschiedenartigen Eigenkapitalinvestoren, wie zum Beispiel langfristig orientierte Private Equity Fonds und Family Offices.

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